Neurofeedback bei Tinnitus Wien: Wenn das Gehirn den Ton nicht loslässt

Der Ton ist da. Nicht laut, aber unaufhörlich. Beim HNO-Arzt hieß es, das Ohr sei in Ordnung – und trotzdem hörst du ihn. Das ist kein Widerspruch, sondern der Schlüssel: Tinnitus entsteht in den meisten Fällen nicht im Ohr, sondern im Gehirn. Und das ist die gute Nachricht – denn das Gehirn ist trainierbar.

Wie Neurofeedback bei uns grundsätzlich abläuft und was es kostet: Neurofeedback Wien – die Übersicht.

Warum das Ohr gesund sein kann und der Ton trotzdem bleibt

Wenn das Gehör in einem Frequenzbereich nachlässt, fehlt dem Hörzentrum im Gehirn dort der Input. Es reagiert wie ein Verstärker, an dem jemand aufdreht: Es erhöht seine eigene Aktivität, um das fehlende Signal auszugleichen. Dieses „Rauschen" nimmst du als Ton wahr.

Entscheidend ist, was danach passiert. Manche Gehirne stufen den Ton als unwichtig ein und blenden ihn aus – wie ein Kühlschrankbrummen, das man nach zwei Tagen nicht mehr hört. Bei anderen koppelt sich der Ton an das Alarmsystem: Er wird zur Bedrohung, löst Anspannung aus, die Aufmerksamkeit bleibt daran hängen – und je mehr man darauf achtet, desto lauter wird er. Aus einem Signal wird ein Kreislauf.

Genau dieser Kreislauf ist der Punkt, an dem Neurofeedback ansetzt.

Wie Neurofeedback ansetzt

Neurofeedback trainiert nicht das Ohr. Es trainiert die Regulationsfähigkeit des Gehirns: die Überaktivierung herunterzufahren und die Kopplung zwischen Hörwahrnehmung und Stressreaktion zu lockern. Über Elektroden wird deine Hirnaktivität in Echtzeit gemessen und in eine Rückmeldung übersetzt – einen Film, der auf deine Gehirnaktivität reagiert.

Du musst dabei nichts „richtig machen". Der Lernprozess läuft unterhalb der bewussten Steuerung ab. Wir arbeiten mit der ILF-Methode nach Othmer, die auf sehr langsame Hirnwellen zielt und besonders auf die Stabilität des Erregungsniveaus wirkt – also genau auf die Ebene, auf der sich der Tinnitus-Kreislauf festgesetzt hat.

Warum wir zuerst messen

Tinnitus ist ein Symptom, kein einheitlicher Befund. Ein Gehirn im Daueralarm braucht ein anderes Protokoll als eines, das überwiegend erschöpft ist. Trainiert man nach Schema, trainiert man womöglich in die falsche Richtung.

Deshalb steht bei uns die Messung am Anfang. Das QEEG-Brainmapping mit ERP-Messung zeigt, welches Muster bei dir tatsächlich vorliegt und wie dein Gehirn Reize verarbeitet. Diese Kombination bieten wir als einzige Einrichtung in Österreich. Dein Trainingsprotokoll folgt deinem Befund – nicht einer Standardvorlage.

Was wir in der Praxis sehen

Unsere Erfahrung im Longevity Center Vienna ist eindeutig: Wir sehen bei jedem Patienten Verbesserungen. Bei den einen rückt der Ton spürbar in den Hintergrund, bei anderen bleibt er zwar hörbar, verliert aber seine Bedrohlichkeit – er wird zum Hintergrundgeräusch statt zum Mittelpunkt.

Auffällig ist, womit es meist anfängt: nicht mit dem Ton, sondern mit dem Schlaf. Patienten berichten zuerst, dass sie abends leichter abschalten und die Anspannung nachlässt. Erst danach fällt ihnen auf, dass der Ton seltener in den Vordergrund tritt. Das passt genau zu dem, was wir trainieren – nicht das Ohr, sondern die Regulation drumherum.

Wie es abläuft

  1. Erstgespräch: Vorgeschichte, bisherige Abklärungen, ärztliche Einordnung durch Dr. Zeibig.
  2. Messung: QEEG und ERPs – schmerzfrei, es fließt kein Strom. Die Elektroden werden nur aufgesetzt.
  3. Befundbesprechung: Wir erklären dir dein Brain Map und leiten dein Protokoll ab.
  4. Training: ca. 30–45 Minuten pro Sitzung, anfangs 1–2× pro Woche.
  5. Nachjustierung: Das Protokoll wird laufend an deine Rückmeldung angepasst.

Für wen es infrage kommt

  • Chronischer Tinnitus, der HNO-ärztlich abgeklärt ist und bei dem das Ohr keinen behandelbaren Befund zeigt
  • Wenn der Ton dich nicht schlafen lässt oder die Konzentration frisst
  • Wenn Anspannung und Ton sich gegenseitig hochschaukeln
  • Menschen, die eine medikamentenfreie Option suchen

Wichtig: Ein neu aufgetretener oder einseitiger Tinnitus gehört zuerst HNO-ärztlich abgeklärt – nicht ins Gehirntraining. Dahinter kann ein Hörsturz oder ein anderer behandelbarer Befund stecken, und der braucht rasch die richtige Behandlung. Neurofeedback ist für den chronischen Tinnitus da, wenn diese Abklärung erfolgt ist.

Häufige Fragen

Hilft Neurofeedback bei Tinnitus?

Es lockert den Kreislauf aus Hörwahrnehmung, Aufmerksamkeit und Anspannung, der Tinnitus belastend macht. In unserer Praxis sehen wir bei jedem Patienten Verbesserungen – meist beginnend mit besserem Schlaf, danach rückt der Ton in den Hintergrund.

Warum im Gehirn und nicht im Ohr?

Fehlt dem Hörzentrum Input, dreht es seine eigene Aktivität hoch. Dieses Rauschen wird als Ton wahrgenommen – und koppelt sich bei manchen ans Alarmsystem. Genau dort setzen wir an.

Warum zuerst ein QEEG?

Weil Tinnitus ein Symptom ist, kein Muster. Die Messung zeigt, welches vorliegt – so entsteht dein Protokoll aus deinem Befund statt aus einer Vorlage.

Wann zuerst zum HNO-Arzt?

Bei neu aufgetretenem oder einseitigem Tinnitus. Dahinter kann ein Hörsturz stecken, der rasch behandelt gehört. Neurofeedback ist für den chronischen Tinnitus da.

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Hinweis: Neurofeedback und QEEG-Diagnostik werden im Longevity Center Vienna unter ärztlicher Aufsicht von Dr. med. univ. Johannes Zeibig durchgeführt. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei neu aufgetretenem oder einseitigem Tinnitus wende dich bitte zuerst an eine HNO-ärztliche Praxis.