Neurofeedback bei Migräne Wien: Ein Gehirn, das sich schwer beruhigt
Migräne kündigt sich oft an, bevor sie da ist: Licht wird zu grell, Geräusche zu laut, die Konzentration bricht weg. Dann kommt der Schmerz – und mit ihm ein Tag, den du streichen kannst. Wer Migräne hat, kennt den Ratschlag „Stress vermeiden". Er greift zu kurz. Denn das eigentliche Thema liegt tiefer: Bei Migräne ist das Gehirn dauerhaft übererregbar. Und genau daran lässt sich arbeiten.
Wie Neurofeedback bei uns abläuft und was es kostet: Neurofeedback Wien – die Übersicht.
Was bei Migräne im Gehirn passiert
Migräne ist keine gewöhnliche Kopfschmerzform, sondern eine neurologische Erkrankung. Charakteristisch ist eine erhöhte kortikale Übererregbarkeit: Das Gehirn reagiert auf Reize stärker und gewöhnt sich schlechter an sie. Wo ein anderes Gehirn wiederholte Reize herunterregelt, bleibt es bei Migräne auf voller Lautstärke.
Dazu kommt die schwankende Regulation: Zwischen den Attacken arbeitet das Gehirn oft in einem instabilen Zustand, der bei bestimmten Auslösern – Schlafmangel, Hormonschwankungen, Wetter, Stress – kippt. Nicht der Auslöser allein macht die Attacke, sondern die fehlende Stabilität davor.
Das ist die gute Nachricht: Stabilität ist trainierbar.
Wie Neurofeedback ansetzt
Neurofeedback behandelt keine akute Attacke. Es setzt genau dort an, wo über Stabilität oder Kippen entschieden wird: in der Zeit dazwischen. Über Elektroden wird deine Hirnaktivität in Echtzeit gemessen und in eine Rückmeldung übersetzt – einen Film, der auf deine Gehirnaktivität reagiert. Über Wiederholung lernt dein Gehirn, sein Erregungsniveau gleichmäßiger zu halten.
Du musst dabei nichts „richtig machen", nichts leisten, nichts üben. Der Lernprozess läuft unterhalb der bewussten Steuerung ab – ähnlich wie Fahrradfahren nicht durch Nachdenken gelernt wird. Du liegst entspannt, schaust einen Film, und dein Gehirn macht die Arbeit. Wir arbeiten mit der ILF-Methode nach Othmer, die auf sehr langsame Hirnwellen zielt – genau jene Ebene, die Erregungsstabilität reguliert.
Warum wir zuerst messen
„Migräne" beschreibt das Symptom, nicht das Muster dahinter. Ein überaktiviertes Gehirn braucht ein anderes Protokoll als eines, das erschöpft ist und zwischen Extremen schwankt. Trainiert man nach Schema, trainiert man womöglich in die falsche Richtung.
Deshalb steht bei uns die Messung am Anfang. Das QEEG-Brainmapping mit ERP-Messung zeigt, wie dein Gehirn im Ruhezustand arbeitet und wie es unter Belastung reagiert. Diese Kombination bieten wir als einzige Einrichtung in Österreich. Dein Trainingsprotokoll entsteht aus deinem Befund – nicht aus einer Standardvorlage.
Was wir in der Praxis sehen
Unsere Erfahrung im Longevity Center Vienna ist eindeutig: Wir sehen bei jedem Patienten Verbesserungen. Bei den einen sind es deutlich weniger Attacken, bei anderen kürzere oder schwächere Verläufe. Bei wieder anderen zeigt sich zuerst etwas anderes – der Schlaf wird besser, die Reizschwelle im Alltag steigt, und die ständige Anspannung, wann die nächste Attacke kommt, lässt nach.
Gerade dieser letzte Punkt wird unterschätzt. Migräne kostet nicht nur die Tage der Attacke, sondern auch die Tage davor – das Planen mit angezogener Handbremse. Wenn dieses Grundrauschen leiser wird, gewinnst du mehr als nur schmerzfreie Stunden.
Wie es abläuft
- Erstgespräch: Wir hören zu – Attackenmuster, was du schon probiert hast, was dich im Alltag am meisten einschränkt. Ärztliche Einordnung durch Dr. Zeibig.
- Messung: QEEG und ERPs – schmerzfrei, es fließt kein Strom. Die Elektroden werden nur aufgesetzt.
- Befundbesprechung: Wir erklären dir dein Brain Map und leiten dein Protokoll ab.
- Training: ca. 30–45 Minuten pro Sitzung, anfangs 1–2× pro Woche. Du liegst, schaust einen Film, dein Gehirn lernt.
Für wen es infrage kommt
- Wiederkehrende Migräne-Attacken, die deinen Alltag unplanbar machen
- Hohe Reizempfindlichkeit – Licht, Lärm, Bildschirm
- Wenn Stress und Schlaf klare Auslöser sind
- Wenn du eine medikamentenfreie Ergänzung zu deiner Behandlung suchst
Neurofeedback ergänzt deine neurologische Behandlung. Über Medikamente entscheidest du weiterhin mit deiner Neurologin oder deinem Neurologen. Und wenn dein Kopfschmerz neu ist oder sich verändert hat, lass das bitte zuerst ärztlich abklären – das gehört untersucht, bevor trainiert wird.
Häufige Fragen
Hilft Neurofeedback bei Migräne?
Es trainiert die Stabilität des Erregungsniveaus zwischen den Attacken – dort, wo bei Migräne die Übererregbarkeit liegt. In unserer Praxis sehen wir bei jedem Patienten Verbesserungen: weniger oder kürzere Attacken, besserer Schlaf, höhere Reizschwelle.
Warum ist das Gehirn übererregbar?
Es reagiert auf Reize stärker und gewöhnt sich schlechter an sie. Zwischen den Attacken bleibt die Regulation instabil – genau dort setzt das Training an.
Wie läuft eine Sitzung ab?
Du liegst entspannt und schaust einen Film, der auf deine Gehirnaktivität reagiert. 30–45 Minuten, anfangs 1–2× pro Woche. Du musst nichts leisten.
Warum zuerst ein QEEG?
Weil „Migräne" das Symptom beschreibt, nicht das Muster dahinter. Die Messung zeigt, welches vorliegt – so entsteht dein Protokoll aus deinem Befund.
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Hinweis: Neurofeedback und QEEG-Diagnostik werden im Longevity Center Vienna unter ärztlicher Aufsicht von Dr. med. univ. Johannes Zeibig durchgeführt. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.